3 Feedback-Tools für Feedback im Team

Yeah, wir hatten ein erfolgreiches Jahr. Wir haben eine Menge erarbeitet, Meilensteine erreicht und viel gelernt. Haben wir das wirklich? Was genau haben wir gelernt? Bzw. was habe ich gelernt? Welchen Input genau habe ich zu dem Projekt bzw. unserem Team beigesteuert? Was kann ich besonders gut und was sind meine Stärken? Wir sind oft so eifrig an unserem Projekt oder einer einzelnen Tätigkeit dran, dass wir oft vergessen zu fragen, ob auch alles klappt. Hierzu möchte ich dir heute ein paar Feedback-Tools für Feedback im Team an die Hand geben. Wie immer in pragmatischer und einfach anwendbarer Art und Weise.

Die Ausgangslage für all die im Folgenden geschilderten Feedback Tools für Feedback im Team sind die gleichen. Es kann am Ende eines agilen Entwicklungssprints sein oder nach einem gemeinsamen Workshop. Womöglich ist auch der richtige Zeitpunkt, nicht ein explizites Event, sondern der Moment, an dem mindestens einer aus dem Team das Bedürfnis hierzu hat.

3 Feedback Tools für Feedback im Team - Top - Sketchnote - VITAMINP.info

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Post-its für jeden

Yeah, es werden wieder Post-Its geklebt. Das funktioniert übrigens genau so gut mit Moderationskarten oder anderen handlich großen Papieren. Jeder bekommt soviele Zettel, wie es Personen im Team gibt, abzüglich sich selbst (Anzahl Zettel = Anzahl Teammitglieder – 1). Und einen Stift. 😉

Jeder schreibt nun für jeden ein Post-It mit positivem Feedback. Auch wenn ihr im Team einen Konflikt hattet, versuche in dieser Übung etwas Positives heraus zu ziehen. Ihr müsst ggf. noch eine ganze Weile als Team interagieren. Da wäre es emotional und für das Teamergebnis nicht förderlich, wenn das Negative überwiegt. Ergänzt das Feedback gerne durch eine kleine Skizze.

Für die Feedbackrunde genügen bei bis zu ca. 7 Personen, 10 Minuten an „Schreibzeit“. Du kannst dir hierfür natürlich auch mehr Zeit nehmen. Das Feedback wird jedem persönlich in der Runde vorgetragen. Nach dem verbalen Feedback, wird dem jeweiligen Feedback Empfänger das Post-It überreicht. Feedback ist ein Geschenk und da in diesem Fall nur positive Dinge notiert werden, ist ein Dialog nicht (zwangsläufig) notwendig. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, das Feedback einfach anzunehmen und weiter reih um zu gehen. Solltest du Verständnisfragen etc. haben, könnt ihr das im Nachgang bidirektional nochmal erörtern.

In Kürze:

  • Dauer: Ca. 10 min.
  • Jeder bekommt Post-Its und einen Stift
  • Jeder schreibt jedem ein Post-It/Feedback
  • Schreibe nur positive Punkte auf
  • Ergänze um ein Symbol oder eine Skizze
  • Geht reih um. Vermeidet vertiefende Dialog, sondern fokussiert euch auf das Feedback schenken

Ein Blatt voller Feedback

Für jeden ein Blatt voller Mut und Motivation. Im Gegensatz zu dem oben beschriebenen Post-It Feedback, bekommt jeder nur ein DinA4 Blatt. Notiert das Feedback so, dass jeder am Ende ein einziges Blatt mit Feedback bekommt. Achtet darauf, dass ihr das soeben eingetragene Feedback, durch einen geschickten Knick, dem nächsten Feedbackgeber nicht zeigt. Am Ende sieht das Papier wie eine Ziehharmonika aus.

Schreibt zu Beginn oben auf das Blatt den Namen des Empfängers. Somit startet jeder, beim schriftlichen Feedback geben, mit einer anderen Person. Starte mit dem ersten Feedback am unteren Ende vom Blatt. Halte dich kurz, so präziese wie möglich und bleibe postiv. Wenn du dein Feedback notiert hast, falte dein Feedback nach hinten, sodass der folgende Feedbackgeber dein Feedback nicht sieht und unvoreingenommen, sein Feedback geben kann.

Wenn jeder jedem Feedback gegeben hat, wird dem jeweiligen Feedbackempfänger das schriftliche Feedback übergeben. Die Feedback-Runde ist somit formal abgeschlossen. Jeder hat Feedback bekommen und kann sich dieses nun in Ruhe durchlesen. Wenn ihr wollt, dass der Empfänger weiß, von wem das Feedback ist, kannst du deinen Namen hinzuschreiben. In einer offenen und ehrlichen Teamstruktur, ist wahrscheinlich in jedem Fall ersichtlich, von wem welches Feedback ist.

Es empfiehlt sich, die jeweilige Feedbackrunde zu „timeboxen“. Gebt euch ein Limit für jede Runde. Sollten alle früher fertig sein, kann man vorzeitig in die nächste Runde gehen. Zerbrich dir nicht endlos lange den Kopf über das beste Feedback. Erfahrungsgemäß kommt das beste und ehrlichste Feedback recht schnell aus dem Bauch.

In Kürze:

  • Jeder bekommt ein blanko DinA4 Blatt und eine Stift
  • Titel: Der Feedbackempfänger
  • Startet mit dem Feedback am unteren Ende des Blattes
  • Gebt euch ein Zeitlimit pro Runde. Z.B. 3 Minuten.
  • Jeder schreibt für jeden Feedback
  • Am Ende bekommt jeder einen Zettel, auf welchem Feedback zu sich von jedem steht
3 Feedback Tools für Feedback im Team - Sketchnote - VITAMINP.info

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(Anonyme) Feedback Box

Kontinuierliches Feedback gewünscht? Die einfachste Methode ist eine Feedback Box. Mittels einer solchen Box, kannst du anonymes und offenes Feedback sammeln.

Je nach Ausprägung der Feedback-Kultur in deinem Team, sind unterschiedliche Nutzungsszenarien hilfreich. Erfahrene Teams sollten Feedbacks in ihre Routine integrieren.  Es könnte beispielsweise zur Gewohnheit werden, kurz vor dem Mittagessen, Feedback zu geben. Z.B. zu einem voran gegangenen Meeting, Workshop oder einfach zur Zusammenarbeit. Oder man nimmt sich am Freitag nach dem Mittagessen dediziert Zeit für Feedback.

Wenn diese Box nicht in ein Team-Ritual eingebunden ist, könnte ich mir vorstellen, dass sie schnell in Vergessenheit gerät. Zumindest sollte man hin und wieder daran erinnern. Vorallem sollte das Feedback darin zeitnah ausgewertet werden. Denn jedes Feedback, ist ein persönliches Anliegen eines Teammitglieds und verdient die Anerkennung gelesen zu werden.

Die Auswertung kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. Solltet ihr Teil eines agilen Teams sein, könnt ihr das Feedback in Vorbereitung für eine Retrospektive verwenden. In jedem Fall würde ich einmal die Woche die Box sichten. Bestimmt einen Feedback-Manager im Team, gebt diese Rolle reih um oder der Projektmanager nimmt sich dessen an. Unabhängig von der Arbeitsweise (agil, Wasserfall, #younameit…), empfiehlt sich von Zeit zu Zeit eine Retrospektive. In Retrospektive nicht nur für agile Projekte, habe ich ein paar praktibale Tipps und Methoden beschrieben.

Nun wünsche ich viel Spaß und Erfolg beim Feedback geben. Und denk daran…

Feedback is a gift! 😉

By |2019-01-19T15:33:27+00:00Januar 28th, 2019|Produktivität|2 Comments

About the Author:

Ich bin Christopher Henke, Produktivitäts Verfechter, Vater, Blogger, Product Owner, Projektmanager, Sketchnote Zeichner, Blitzdesigner, Kaffee Genießer und Spielzeug Reparierer.

2 Comments

  1. Arne Mundelius 5. Februar 2019 at 13:30 - Reply

    Schöne Zusammenstellung – danke!

  2. TOm Oberrauner 28. Januar 2019 at 22:06 - Reply

    Klasse Idee! Ich hoffe die Feedback-Kultur entsteht langsam in Deutschland 😉

Ich freue mich über jedes Wort - Danke für Dein Feedback

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