Design Thinking Challenge an der Hochschule Ludwigshafen

Design Thinking scheint meine Leidenschaft zu sein. Ich durfte wieder mal Studentinnen und Studenten Design Thinking näher bringen. Den Studentinnen des Bachelorstudiengangs Internationales Personalmanagement und Organisation der Hochschule Ludwigshafen konnte ich in einem interaktiven Impulsvortrag Design Thinking näher bringen. In 90 Minuten vermittelte ich anhand einer Design Thinking Challenge an der Hochschule Ludwigshafen ein Grundgerüst an Theorie und wir erlebten zusammen die 5 Design Thinking Phasen.

In einem Vorgespräch mit Prof. Dr. Stephan Weinert machte ich den Vorschlag für eine Hochschule spezifische Design Thinking Challenge. Wir kamen schnell auf die Idee, die Design Thinking Challenge an der Hochschule Ludwigshafen für mögliche Verbesserungsmaßnahmen für den Campus der Hochschule Ludwigshafen zu formulieren. Wir formulierten diese Design Thinking Challenge komplett ergebnisoffen und waren überaus positiv überrascht, welche facettenreiche Prototypen am Ende vorgestellt wurden.

DesignThinking Impuls Titel Sketchnote VITAMINP.info

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Theorie gibts auch bei Design Thinking

In dem Theorie Teil vermittelte ich das Grundgerüst von Design Thinking. Der zentrale Ansatz von Design Thinking ist die User zentrische Betrachtungsweise. Im Mittelpunkt bei allen Phasen steht die Reflexion zum User, sprich dem Kunden, für welchen die Lösung entwickelt wird. Auf einem Flipchart visualisierte ich die Kunden zentrische Sicht mit diversen Dingen aus dem Alltag. Als herausstechendes Symbol verwendete ich eine Brille. Diese symbolisierte die Kundensicht und sollte die Kernbotschaft, die Probleme/Bedürfnisse mit den Augen des Kunden zu sehen, visualisieren.

DesignThinking Flipchart UserCentric Sketchnote VITAMINP.info

DesignThinking Flipchart UserCentric Sketchnote VITAMINP.info

Design Thinking Prozess

Wie in vielen Vorgehensmodellen, gibt es auch im Design Thinking einen Prozess. Design Thinking besteht aus 5 logisch aufeinander aufbauenden Phasen. Diese visualisiert ich auf einem Flipchart vorab und erarbeitete mit den StudentInnen zusammen diese 5 Phasen. Bei diesen Phasen war mir wichtig zu betonen, dass es Phasen gibt, bei denen man zur Ideenfindung weit und kreativ denken sollte. Bei den Phasen „Empathy“ und und „Ideate“ lässt ist die Herausforderung breit zu denken und sich nicht vorab zu stark zu fokussieren. Die Kunst hierbei ist zusätzlich, nicht vorab lösungsorientiert zu denken. Wir neigen schnell dazu, bei der Ideenfindung diese vorschnell zu validieren. Dies ist allerdings hinderlich, wenn man auf neue innovative, disruptive Ideen kommen will.

DesignThinking Flipchart Process Sketchnote VITAMINP.info

DesignThinking Flipchart Process Sketchnote VITAMINP.info

Design Thinking Prinzipien

Design Thinking lebt vom Machen. Somit galt ein weiteres Flipchart den Design Thinking Principles. Jedes dieser Prinzipien visualisierte ich mit einem meiner Meinung nach eingängigen Symbol oder Situation. Einige dieser Prinzipien liegen auf der Hand, wenn du in einem Team etwas entwickelst. Z.B. Vertrauen im Team zu haben, sowie eine gute Zusammenarbeit zu etablieren. Iteratives Vorgehen, Dinge schnell zu entwickeln und via Prototypen zu verifizieren, müssen ggf. noch stärker und nachhaltiger in das alltägliche Projektgeschäft integriert werden. Je nach Branche und Erfahrung bei der Produktentwicklung, gibt es hier sicherlich eine weite Streuung diverse Vorgehen und Gewohnheiten.

Hier die 5 Design Prinzipien, welche ich referenziert habe:

  • Driven by Human Needs
  • Iterative & Agile
  • Trust & Playfulness
  • Prototypes lead to results
  • Collaborative & Multidisciplinary
  • Fail Fast & Cheap to Learn
DesignThinking Flipchart Principles Sketchnote VITAMINP.info

DesignThinking Flipchart Principles Sketchnote VITAMINP.info

Jetzt beginnt die Design Thinking Challenge

Solch eine Design Thinking Challenge an der Hochschule Ludwigshafen lebt nicht nicht von der Theorie, sondern vom Machen. Somit stimmte ich die die StudentInnen auf den praktischen Teil ein. Es kam die Bekanntgabe der Design Thinking Challenge an der Hochschule Ludwigshafen:

„Wie kann der Aufenthalt für Studenten am Campus verbessert werden?“

DesignThinking Flipchart Challenge Sketchnote VITAMINP.info

DesignThinking Flipchart Challenge Sketchnote VITAMINP.info

Eine der ersten Rückfragen war direkt: „An welchem Campus?“. Somit war direkt klar, die Challenge hat ihr Berechtigung. Für alle die noch nicht an dem bezaubernden Campus-Gelände der Hochschule Ludwigshafen waren. Diese Gelände ähnelt eher einem Industriepark, als einem lebhaften Campus. macht euch gerne selbst ein Bild der Hochschule.

Gesagt getan, stiegen wir direkt ein. Die erste Aufgabe war, eine Idee zu Verbesserung des Aufenthalts anzufertigen. Dies zahlte nicht direkt auf eine Design Thinking Phase ein. Es motivierte aber alle, direkt in das „Machen“ abzuholen tauchen und selbst aktiv zu werden. Nach 5 Minuten Ideenformulierung, legten wir diese auch direkt beiseite. Am Ende können wir diese nochmal mit den kommenden Teamergebnissen vergleichen.

Phase I Empathy

Los gehts mit der Empathy Phase. In Zweigruppen bat ich die StudentInnen sich bzgl. der Challenge gegenseitig zu interviewen. Die Übung zielte darauf ab, in 5 Minuten den potentiellen Kunden zu seinen Bedürfnissen zu hinterfragen. Hierzu gäbe ich zwei Tipps:

  • Stellt möglichst offene Fragen. Regt den Befragten zu weiträumigen Antworten.
  • Nehmt z.B. den Ablauf eines normalen Werktag als roten Faden.

Phase II Define

In der Define Phase schrieben alle ihre Erkenntnisse des Interviews auf. Auch hier galt, nicht an Lösungen denken. Nur aufschreiben was der Interviewte gesagt und ggf. gefühlt hat. Die Körpersprache kann zusätzliche Erkenntnisse bringen.

Phase III Ideate

Jetzt geht es an die Ideenfindung. In der Ideate Phase könnt jeder schnell 1-12 (oder mehr) Ideen zu Papier bringen. Hierbei ging es nicht um ausspezifizierte Lösungen, sondern um kurze prägnante Beschreibungen von Ideen. Eine kleine Skizze der Idee kann einen ausschmückenden Versuch der Beschreibung ersetzten.

Phase IV Prototype

Endlich wird gebastelt. Im Team galt es in der Prototyping Phase sich auf eine Idee zu einigen und diese zu prototypischeren. Das einigen auf eine Idee ging schneller und harmonischer als ich dachte. Ich habe schon Workshops erlebt, in denen man massiv Zeit alleine für die Entscheidung der priorosierten Idee verbracht hat. Keiner wollte so richtig von seiner Idee trennen. In diesem Fall ging das echt zügig und ohne große Konflikte. Zumindest war das mein Eindruck.

Prototypisiert wurde mit allem was zur Verfügung stand. Ich hatte ein paar Post-Ist, Marker, Klebeband, eine Scheere und Moderationskarten dabei. Nach 10 Minuten Prototypen-Bau, gab es tatsächlich 5 völlig verschiedene Lösungen. Ich war echt platt, welches Ideenreichtum hier in der kürze der zeit an den Tag gelegt wurde. Möglicherweise ist genau das der Trick, dass man nicht viel Zeit hat und schnell zu einer Lösung kommen muss.

Phase V Test

Die Ergebnisse reichten von einer Art individuellem Planungssystem der Studenten. Dies sollte je nach Vorlesungsplan eine individuelle Planung des Parkplatzes und der Kantinen Nutzung ermöglichen. Eine weitere Gruppe hat ein Konzept für eine kleine Parkanlage vorgestellt. Diese sollte Ruhe und Erholungsraum für die gestressten Studenten bieten. Eine App für die Hochschule Ludwigshafen wurde vorgestellt. Diese sollte u.A. alle Vorlesungen beinhalten, die E-Mail der Hochschule anzeigen und einen Chat unter den Studenten und diversen Fachgebieten ermöglichen. Weiterhin wurde ein Konzept für eine zentrale Freizeitgestaltung vorgestellt. Ein zentrales Bistro/Bar, verweist auf die sternenförmigen angrenzenden Möglichkeiten. Wie einen Ruheraum, Kantine und Entertainment-Raum.

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Fazit und DANKE!

Die 90 Minuten der Design Thinking Challenge an der Hochschule Ludwigshafen sind für mich wie im Flug vergangen. Ich bin wirklich dankbar, für die Erfahrung, mit so motivierten StudentInnen einen Design Thinking Impuls-Session erleben zu dürfen. Vielen Dank fürs Mitmachen und das Interesse an Design Thinking.

By |2018-12-14T19:31:00+00:00Dezember 17th, 2018|Produktivität|0 Comments

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Ich bin Christopher Henke, Produktivitäts Verfechter, Vater, Blogger, Product Owner, Projektmanager, Sketchnote Zeichner, Blitzdesigner, Kaffee Genießer und Spielzeug Reparierer.

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