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Ambidexterity – Die Kunst beide Gehirnhälften zu nutzen

Wie bleibt man hier und jetzt im Spiel und denkt gleichzeitig an die Zukunft? Wie kannst Du heute Deinem Job als Jurist, Designer, Finanzbeamter, Projekt- und Produktmanager nachgehen und parallel für das Kommende gewappnet sein? Hast Du Dir diese Frage auch schon mal gestellt? Diese Frage ist sowohl für Unternehmen interessant, als auch für jeden individuell. Die Antwort ist Ambidexterity. Die industrielle und technologische Entwicklung, die sich früher noch in Jahrzehnten oder gar in Jahrhunderten entwickelt haben, überholen sich heute in immer kürzeren Zyklen. Hashtag #Digitalisierung.

Digitalisierung

>>Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert<< Timotheus Höttges Klick um zu Tweeten

sagte  Timotheus Höttges, CEO der Deutschen Telekom AG.  Digitalisierung an sich ist nicht wirklich ein neues Buzzword. Digitalisiert wird schon lange. Kaum einer entwickelt seine Fotofilme von einer klassischen Foto-Kamera, sondern man knipst und speichert nur noch digital. Man schreibt keine Briefe und Postkarten mehr, sondern shared Bilder und Stories via Instagram oder Snapchat. Es werden keine DinA4 Ordner mehr abgelegt, sondern die Dateien werden direkt in einem Netzwerk oder Cloudspeicher abgelegt. Es werden komplette Arbeitsabläufe digitalisiert. Tätigkeiten, die rein auf Informationen basieren, können zu 100% digitalisiert werden.

Doch diese Digitalisierung kann zukünftig noch viel weiter gehen. So soll die Steuererklärung zukünftig ausschließlich digital bearbeitet werden. Rechnungen könnten zukünftig automatisch gescannt und durch Maschinen gelesen und interpretiert werden. Konten werden via Direktzugriff automatisch gecheckt. Das Fahrtenbuch könnte zukünftig durch den GPS-Ortungschip bereits ans Finanzamt übertragen werden. Den Rest macht ein Computer, der sich selbstlernend die neuesten Gesetzesänderungen einverleibt und eine fehlerfreie Steuerprüfung vornimmt.

Etwas plakativ und provokant formuliert, entwickeln wie uns „weg“ von Werkzeugen, wie der erste Keil, das Rad oder der Dampfmaschine, hin zu kompletter Auslagerung von Tätigkeiten an Maschinen. Ja, Maschinen sind dann sozusagen der neue Keil, aber es wird eine drastische Wende für die Arbeitswelt.

Ambidexterity Digitalisierung VitaminP.info

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Das sind nur kleine Beispiele, wie sich die Digitalisierung auf uns und unsere Jobs auswirken kann bzw. zukünftig auswirken könnten. Ich will hier keine Angst erzeugen. Meine Absicht ist eher der Apell, wach und frisch im Kopf zu sein, um diese Veränderung wahrzunehmen. Meine Grundeinstellung ist eher eine Positive. Ich sehe die kommende Veränderung als Chance. Es wäre doch eine phänomenale Entwicklung, wenn wir unseren Job effizienter gestalten könnten und mehr Zeit für kreative Dinge hätten.

Schalter im Kopf umlegen

Wie komme ich jetzt von Digitalisierung auf Ambedexterity? Und was ist Ambedexterity überhaupt? Wie eingangs beschrieben, müssen wir ein waches Oberstübchen haben. Viele Dinge, Handlungen und Prozesse, werden in Zukunft nicht mehr durch Menschen gemacht.

So habe ich kürzlich gelesen, dass Trennwände einer neuen Airbus Flugzeug Generation komplett durch Computer designed wurden. Diese waren leichter und gleichzeitig stabiler, als man sie jemals hätte mit konventionellen „menschlichen“-Mitteln herstellen können. Diese Chancen zu erkennen und sie gewinnbringend zu nutzen, ist Ambidexterity.

Ein anderes Beispiel ist Nokia. Nokia war früher Marktführer für Mobilfunkgeräte. Was war ich stolz auf mein erstes Nokia 5110. Damals war es unvorstellbar, dass Nokia einmal kein Global Player mehr sein könnte. Ständig kamen neue und bessere Modelle raus. Sogar in der Matrix Trilogie kamen abgewandelte Modelle vor. Nokia hat sich allerdings zu stark auf ihr damalig gut laufendes Geschäft konzentriert. Wirklich innovative Entwicklungen gab es nicht, zumindest wurden sie nicht marktreif oder massenmarkt tauglich. Spätestens mit dem iPhone war die Nokia Sparte out. Hier hat der Ambidexterity Ansatz gefehlt. Das Know-How war ganz sicher vorhanden. Kompetenzen für Mobilfunk, kleine mobile Geräte bauen, Messaging und Displays waren verfügbar. Kreativ war Nokia auch, wenn man sich die Produktpalette anschaut. Es fehlten eigentlich nur an Mut, innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Zumindest stark vereinfacht beschrieben.

#Ambidexterity ist das #Talent, Know-How #mutig und #kreativ in etwas völlig Neues zu verwandeln Klick um zu Tweeten

Ambidexterity ist für mich die Kunst oder das Talent, aktuelles Know-How und Technologien, mutig und  kreativ in etwas völlig neues zu verwandeln. Gerade der Mut ist wichtig, denn man muss bewusst weg von der Angst vor Fehlern. Diese Angst hemmt ungemein, neue und disruptive Innovationen und Entwicklungen auszuprobieren. Wenn man es nicht ausprobiert, ob ein Dieselmotor auch mit Rapsöl fährt, wird man nie erfahren, ob es klappt. Wenn man nicht das Zeichnen oder Sketchnotes versucht, wird man nie wissen, ob man es kann.

Explore vs. Exploit

Mit den Begriffen Explore und Exploit, kann man Ambidexterity sehr gut erklären. Ambidextrous ist jemand, der diese beiden Sichten gut vereinen kann. Dass das nicht ganz leicht ist, zeigen die Charakteristika der zwei Schlagwörter.

Ambidexterity VitaminP.info

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Exploit bedeutet für mich:

  • Gefundene Regeln in Prozesse zu etablieren
  • Standards entwickeln und Risiken vermeiden
  • Gewohnte Tätigkeiten effizienter auszuüben, sie zu perfektionieren
  • Vorgehen planen
  • Klare Strukturen und Verantwortlichkeiten etablieren
  • Sicherheit schaffen und erleben
  • Eine geringe oder null Fehlertoleranzen zu haben

Explore steht für mich für:

  • Das Vorgehen „Trial and Error“
  • Bewusst Fehler machen, um daraus zu lernen
  • Bereit sein für Risiken
  • Bewusst von gewohnten Vorgehen abweichen
  • Inspirationen nachgehen, ohne genau zu wissen was passiert
  • Mutig sein und Dinge tun, die man normalerweise nicht getan hätte
  • Sich Widerständen aus seinem Team oder gar seinem Management stellen
  • Kreativ an Lösungen herangehen
  • Dinge kombinieren, die eigentlich nicht zusammengehören

Beides sind wichtige Sichten und Eigenschaften. Ich bin mir sicher, dass Apple ohne das Explore-Mindset keine echten Innovationen wie das Touch-Display entwickelt hätten. Andererseits, hätte Apple das iPhone nicht marktreif und Massenmarkt tauglich hinbekommen, wenn man nicht mit dem Exploit-Mindset an die Sache gegangen wäre. Die Idee zu haben und einen Prototypen einer Weltneuheit zu schaffen, ist eine Sache. Diesen aber auch Umsatz-bringend und stabil zu entwickeln, eine ganz andere. Das schafft man nur durch Ambidexterity.

Dein Action-Plan

Nun weißt Du was Amdexterity ist. Wahrscheinlich war es Dir auch vorher klar, dass es kreative Früchte trägt, möglichst beide Gehirnhälften zu nutzen. Oder innovative Idee im Team reifen zu lassen, anstatt das neue Produkt alleine zu definieren, aus Angst, es könnte einer die Idee kopieren.

Keine #Änderung passiert von alleine. #Ambidexterity #mutzumändern #veränderungbeginntimkopf Klick um zu Tweeten

Aber keine Änderung passiert von selbst. Jetzt haben wir das Mindset, wir haben verstanden, auf was es ankommt und können diese Richtung vertiefen. Aber springt der Funke ins Team über? Wie verfolgen wir diese Richtung nachhaltig? Hierzu brauchen wir einen Action-Plan. Querdenker sind gefragt. Die klassische Frage nach dem – „Wer macht was bis wann?“.

Also nicht lange überlegen, sondern ein einfaches Template erstellen und weitere Schritte aufschreiben. Die Liste muss weder vollständig noch schön sein. Wichtig ist nur, dass konkrete Punkte drauf stehen, die an spezifische Personen gebunden sind. Ein Vorhaben wie – „Man müsste hierzu eine Community bilden“, wird definitiv nicht erfüllt. Zusätzlich bewährt es sich, diese Liste kontinuierlich zu überprüfen und ggf. Punkte zu ergänzen. Vor allem sollen hiervon Punkte abgehackt werden. Diese Liste hat keinen Sinn, wenn daraus keine Punkte erledigt werden.

By | 2017-08-05T14:30:02+02:00 August 6th, 2017|Produktivität|3 Comments

About the Author:

Ich bin Christopher Henke, Produktivitäts Verfechter, Vater, Blogger, Product Owner, Projektmanager, Sketchnote Zeichner, Blitzdesigner, Kaffee Genießer und Spielzeug Reparierer.

3 Comments

  1. […] nicht zu tun. Was habe ich denn schon getan? Hier ein paar Beispiele, bei denen ich meinen eigenen Widerstand überwunden […]

  2. Vidya Munde-Mueller 6. August 2017 at 10:16 - Reply

    Cooler Artikel! Ich bin für Explore, Dream and Discover wie Mark Twain mal gesagt hat:-) Was ich in Silicon Valley gelernt habe, ist dass die Absicht und Mut definieren dein Erfolg mehr als deine Skills!

    • Christopher 6. August 2017 at 10:22 - Reply

      Hi Vidya, vielen Dank für das Zitat Mark Twain! Schön, dass Du aus Silicon Valley wieder zurück bist und Du so eine tolle Zeit hattest.

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